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Rückblick auf das Zukunftsforum 2026

Gemeinsam wirksam – Erfolgreiche Kooperationen mit der Selbsthilfe. So lautete das diesjährige Motto des Zukunftsforums.

Wie gelingt es, dass die Selbsthilfe im Gesundheitssystem noch sichtbarer wird? Und wie entwickelt sich eine erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Fachkräften im Gesundheitssystem und der Selbsthilfe? Zu diesen Fragen tauschten sich am 11.09. rund 50 Teilnehmende des diesjährigen Zukunftsforums in Kiel aus.

Eingeladen hatten die Selbsthilfe-Akademie Schleswig-Holstein sowie die Projektpartner*innen der AOK NordWest und der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein.

 

Die Selbsthilfe mitdenken

Das Grußwort von Ivy Wollandt vom PARITÄTISCHEN S-H eröffnete den Veranstaltungstag und unterstrich die Relevanz der Selbsthilfe aus Verbandssicht.

Als Paritätischer wollen wir nicht über Selbsthilfe sprechen, sondern die Landschaft gemeinsam mit-gestalten. Auch aus diesem Grund sind wir Träger der Selbsthilfe-Akademie S-H, die alle Perspektiven zusammenbringt und Lösungsansätze entwickelt - wie beispielsweise „Selbsthilfe in der medizinischen Lehre verankern“. Selbsthilfe ist die 4. Säule im Gesundheitssystem und braucht ihren festen Platz. - Ivy Wollandt

Hieran anschließend begrüßten Janna Hansen und Ina Müller von der Selbsthilfe-Akademie die Teilnehmenden und luden zu einem einem lebendigen Tag voller Austausch und guter Impulse für die Selbsthilfe ein. Sie leiteten über zu dem Impulsvortrag von Prof. Dr. Heidi Höppner, em. Professorin und aktuell Lehrbeauftragte an der Alice Salomon Hochschule in Berlin.

Prof. Dr. Heidi Höppner machte in ihrem Vortrag „Selbsthilfe in Lehre, Forschung und Versorgung: Kooperation mit Fachkräften im Gesundheitswesen“ deutlich, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist und dass die Betroffenenkompetenz eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Fachperspektive darstellt. Auch unterstrich sie die Bedeutung der Selbsthilfe im Gesundheitssystem und zeigte klare Chancen der Kooperation mit der Selbsthilfe auf.

Im Foyer entstand unter dem Titel "Kooperationen zwischen der Selbsthilfe und dem medizinischen System" ein Bild mit Gedanken und Wünschen der Teilnehmenden.

 

Aus der Praxis für die Praxis

In drei parallel stattfindenden Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden mit gelingenden Kooperationen und schauten genauer hin, wo es noch Handlungsbedarfe gibt. Die Workshops fanden am Vormittag und am Nachmittag statt.

 

Workshop: Workshop Selbsthilfefreundlichkeit gestalten – Erfahrungen aus dem Ev. Klinikum Bethel

Sandra Kläsener, Referentin für Ehrenamt und Selbsthilfe im Evangelischen Klinikum Bethel, beschrieb in ihrem Workshop den Weg hin zu einem "Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus" und zeigte auf, wie die Selbsthilfe im Klinikalltag sichtbar wird. Als Beispiele nannte sie die Öffentlichkeitsarbeit, die Einbeziehung der Selbsthilfe in die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiter*innen im Klinikum und das Mitwirken der Selbsthilfe an Qualitätszirkeln. Neben Fachinput waren die Teilnehmenden gefragt: Sie sammelte in drei Kleingruppen Stärken und Herausforderungen hinsichtlich der Sichtbarkeit der Selbsthilfe aus der Perspektive von Patient*innen, Selbsthilfe-Akteur*innen und Mitarbeitenden einer Klinik.

Workshop: Sag ich´s oder schluck ich´s runter? Grenzen wahren und nein sagen üben

In (Kooperations-) Partnerschaften ist es wichtig eigene Grenzen wahrzunehmen und diese klar zu kommunizieren. Im Workshop von Kim Mecklenburg tauchten die Teilnehmenden in das Thema ganz praktisch ein. Wie fühlt es sich an, einerseits ein Nein klar zu äußern und von diesem nicht abzuweichen und andererseits ein Nein zu erhalten und auf dieses zu reagieren? In Zweiergruppen nahmen die Teilnehmenden beide Perspektiven ein.

Workshop: Gelingende Kooperation zwischen Selbsthilfe und gesundheitsbezogener Lehre

Johanna Schittkowski von SEKIS Berlin brachte in ihrem Workshop ihre Kooperationserfahrungen zwischen der Selbsthilfe und der Lehre ein. Sie wies u.a. darauf hin, wie wichtig es ist, das Warum für eine Kooperation zu definieren. Für die Motivation ist es zentral, dass alle Kooperationspartner*innen einen klaren Mehrwert erkennen. Sie gab den Teilnehmenden Ideen und Handwerkzeig zum Aufbau und zur Gestaltung des Kooperationsprozesses mit an die Hand. Das kontinuierliche Abgleichen des Ressourceneinsatzes ist im Prozess genauso entscheidend wie die regelmäßige Evaluation von Austauschen und Formaten.

Konkrete Ansprechpersonen sind der Schlüssel zur Nachhaltigkeit. - Johanna Schittkowski

Von Lachmomenten und Lesezenen

Neben den Workshops kamen der Austausch und die gute Laune nicht zu kurz. So steckte Birgitta Barke mit praktischen Übungen aus dem Lachyoga an und gab den Teilnehmenden neue Energie für den Nachmittag.

Zum Abschluss nahm die Szenische Lesung von Violante Romani und Johanna E. Wekemann vom Muse Kollektiv in Hamburg die Gruppe mit in Erlebnisse einer gesundheitlichen Krise und deren Facetten von Dramatik, Klinikalltag und komischen Momenten.

Kooperationen leben davon, gemeinsam entwickelt und gestaltet zu werden. Die Veranstaltung hat hieran angesetzt. Es entstanden im Laufe des Tages - während des Vortrags, der Workshops und auch der Pausenzeiten - viele kleine und große Gedanken und Ideen. Ein herzliches Danke an alle Teilnehmenden!